Pulse of Tango

Tango Argentino in Europa

Freitag, 29. Juni 2018, 19 Uhr
Theaterplatz, vor dem Stadttheater

Programm:
ab 19 Uhr: Musik & offene Tanzfläche
ca. 21 Uhr: Tangovorführung mit Gabriela Marqués Berger & Georg Koch
21.30–24 Uhr: Musik & offene Tanzfläche

In der Musik, den Texten und dem Tanz des Tango Argentino lebt ganz Europa!
Die Geschichte des Tango beginnt in den Slums am Rio de la Plata. Angelockt von der Verheißung auf ein besseres Leben in der „Neuen Welt“ und durch ein groß angelegtes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung angezogen, flohen Ende des 19. Jahrhunderts Millionen Europäer vor der wirtschaftlichen Not aus ihrer Heimat.
Viele der europäischen Migranten wurden entgegen der Verheißungen allerdings nicht reich, sondern landeten in den Elendsquartieren von Buenos Aires und Montevideo. Sie trafen dort auf eine weitere große Bevölkerungsgruppe – aus Afrika verbrachte Sklaven.
Neben ihren Hoffnungen auf ein besseres Leben brachten die Menschen natürlich auch ihre Sitten, Gebräuche, Musik, Tänze und Musikinstrumente mit nach Buenos Aires und Montevideo. Das Heimweh, die verzweifelte Suche nach Arbeit und Auskommen und nach der Liebe für das Leben schufen dabei den Nährboden für die Texte und die Musik des Tango.
Die europäischen Einflüsse auf den Tango finden sich dabei in vielen Details. Zum Beispiel brachten die Polen ihre Mazurka und die Böhmen ihre Polka mit. Die Deutschen fügten nicht nur das Bandoneon – das für den Tango typischste Instrument – hinzu, als Tanz brachten sie außerdem den Walzer und Ländler mit seinen Drehungen ein.
In einer Atmosphäre aus Kleinkriminalität, Prostitution und Frauenhandel wurden die frühen Form des Tango dabei nicht selten in Bordellen gespielt und getanzt. Wegen des ständigen Frauenmangels tanzten hier oft auch zwei Männer zusammen. Die bessere Gesellschaft rümpfte zunächst die Nase über den „anrüchigen“ Tanz der armen Leute und die katholische Kirche verbot den „sündhaften“ Tanz zeitweise.
Anfang des 20. Jahrhunderts eroberte der verführerische Tango dann aber auch die eleganten Salons der Reichen in Südamerika und schaffte von dort schnell den Sprung über den Atlantik.
Zunächst nach Paris, und von dort in den Rest des alten Kontinents. Viele mittlerweile professionelle Tango-Musiker und -Tänzer kehrten nun zurück auf den alten Kontinent, um dort mit dem Tango Argentino ihr Geld zu verdienen.
Nach einer Tango-Krise von der Mitte der 1950er-Jahre bis in die frühen 1980er-Jahre erfreut sich der Tango heute wieder einer großen Beliebtheit in ganz Europa. Vor allem in Finnland, Frankreich, Italien und Deutschland hat er viele Anhänger, aber auch in der Türkei oder Russland wird im Viervierteltakt getanzt.

Eintritt: frei

Adresse Veranstaltungsort: Theaterplatz, Dalbergstraße/Schloßgasse, Aschaffenburg
www.abailar.de

2018-05-02T18:15:53+00:00 Events, Vorträge, Begegnungen, Kulturnacht|