ABailar! – Tango Argentino in Aschaffenburg

Samstag, 8. Juli 2017, ab 17 Uhr
Theaterplatz

Das Motto der 2017er Kulturtage findet seine Entsprechung im Tango Argentino in zweifacher Weise:

Spanisch SALIDA = Aufbruch

Direkt im Tanz: Aufbruch – spanisch SALIDA von salir: ausgehen, hinaus gehen, aufbrechen – die ersten Schritte, um einen Tango zu beginnen. Im Sinne von Aufbrechen aus der Statik in den Tanzfluss.

„Aufbruch der Völker“

Der zweite – kulturelle – Zusammenhang findet sich im „Aufbruch“ der Völker: Durch ein groß angelegtes Einwanderungsprogramm der argentinischen Regierung angezogen, brachen zwischen 1880 und 1930 über sechs Millionen Menschen aus aller Welt auf, an den Unterlauf des Río de la Plata. Den zahlenmäßig größten Anteil an den Einwanderern aus der alten Welt hatten dabei die Südeuropäer, wie Spanier und Italiener, aber auch Deutsche, Polen und Russen waren zahlreich vertreten. Eine weitere große Bevölkerungsgruppe waren dorthin verbrachte Sklaven aus Afrika. Diese unterschiedlichen Völker brachten neben ihren Hoffnungen auf ein besseres Leben auch ihre Sitten, Gebräuche, Musik, Tänze und Musikinstrumente mit nach Buenos Aires und Montevideo. Aus diesem kulturellen Mix entwickelte sich über viele Jahre hinweg die Musik und der Tanz des Tango Argentino.

Die afroamerikanischen Elemente in Rhythmus und Choreografie des Tangos sind zwar kaum noch zu erkennen, doch war der Candombe der Kreolen und Schwarzen ein wichtiger Einfluss. Ursprünglich war der Candombe eine kultische Tanzpantomime, in der Elemente afrikanischer Religionen und katholischer Heiligenverehrung verschmolzen. Nachdem der Kultgehalt immer mehr verschwunden war, trat sie ab 1870 zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag oder als Karnevalsumzug in Erscheinung. Da es während der Straßenfeste der Schwarzen angeblich zu blutigen Schlägereien kam, wurden sie jedoch bald von der Obrigkeit verboten. Dem Verbot begegneten die Tänzer durch die Gründung von Tanzhallen. Auch wenn sich die Tänze noch stark vom Tango in seiner späteren Form unterschieden, entstand in solchen Örtlichkeiten der Tango Argentino.

Ein ebenfalls wichtiger Einfluss ist die Habanera, die gelegentlich auch Tango Americano genannt wird. Ihre Entstehung wird um 1825 auf Kuba angesetzt und ab 1850 hatte sie in Spanien große Popularität erreicht. Ein noch heute populäres Beispiel für eine Habanera ist die gleichnamige Arie in der Oper „Carmen“ von Georges Bizet. Sie erreichte den Río de la Plata auf dem Weg über Paris, denn die bessere Gesellschaft imitierte alles, was in Frankreich gefiel.

Auch der Einfluss mitteleuropäischer Einwanderer ist nicht gering. Die Polen brachten ihre Mazurka und die Böhmen ihre Polka. Die Deutschen fügten nicht nur das Bandoneon (das später für den Tango typischste Instrument) hinzu. Als Tanz brachten sie den Walzer und Ländler mit seinen Drehungen ein.

Programmübersicht:

  • ab 17 Uhr: Tango-Argentino-Schnupperworkshop 1 (ca. 30 Min.)
  • ab 18 Uhr: Tango-Argentino-Schnupperworkshop 2 (ca. 30 Min.)
  • ca. 19 Uhr: Milonga (Tanz & Musik)
  • ca. 22 Uhr: Tangovorführungen
  • bis 24 Uhr: Milonga (Tanz & Musik)

Eintritt: nur mit MN-Ticket | VVK-Stellen

Bewirtung: Theaterrestaurant Jedermann

www.abailar.de

Adresse Veranstaltungsort: Theaterplatz, Dalbergstraße/Schloßgasse, Aschaffenburg

Fotos: Susanne Oehlschläger (www.silvermood.com), Silke & Christopher Schmitz (www.silkeandchrisphotography.de), Björn Friedrich (www.bjoern-friedrich.de)