Künstlerhaus M27

Künstlerhaus M27

Wo es vor 90 Jahren nach Maschinenöl roch und Standbohr- und Fräsmaschinen lautstark ihren Dienst taten, hört man heute Musik aller Richtungen, das feine Klopfen eines Goldschmiedehammers oder nimmt den Geruch von Ölfarbe und Terpentin wahr.

Im Künstlerhaus M27 ist in den letzten 16 Jahren eine vielfältige Mischung kreativer Richtungen und Prozesse entstanden.
Die Räumlichkeiten des Atelierhauses waren und sind stets ein Freiraum individueller künstlerischer Arbeit, auch lockerer Kommunikation untereinander. Ideen können sich entwickeln ohne Auflagen und Schranken.

Über die Jahre fand ein Kommen und Gehen verschiedenster Persönlichkeiten statt, die Spuren hinterließen. Im Gebäude wurden Wände eingerissen oder aufgezogen und dieses „im Fluss bleiben“ der Dinge entspricht kreativem Schaffen und Lebenshaltung.

Bis 2015 etablierte sich die derzeitige Mietergemeinschaft und im Erdgeschoss wurde die Halle schließlich zu drei großen Ateliers umgebaut.
Derzeit befinden sich im Haus ein Tonstudio, Proberäume, eine Malschule mit Atelier, ein Gemeinschaftsatelier sowie acht Einzelateliers.

2016 organisierten Johannes Vetter, Herbert Deiss, Katharina Ritter, Daniel Burkhard, Sylvia Langenbrink, Marek Bäuerlein, Daniel Stenger, Antonia Deiss, Klaus Müller-Kögler, Vladimir Schelechow und Anton Heurung die ersten „offenen Ateliers“ zu den Kulturtagen.

Nach 2017 kamen zu der alljährlichen Veranstaltung noch Werner Hohe-Dorst, Martin Kramp und Mila Langbehn hinzu.

Die „offenen Ateliers“

Über ein Wochenende im Sommer kann man hier nicht nur Kunst im Detail erleben, sondern auch einen raren Einblick in künstlerische Arbeitsprozesse und Produktionen gewinnen. Im Gespräch mit professionellen Künstlern und Kulturschaffenden – in echter Atelier- oder Studioatmosphäre – ergeben sich für den Besucher so ganz neue Aspekte, Perspektiven und Inspirationen.

Die Malschule von Werner Hohe-Dorst regt die Gäste zum kreativen Experimentieren und eigenem Kunstschaffen an. Auf dem Hof kann man, zwischen Skulpturen und Kunstinstallationen, ein Weißwurstfrühstück genießen und bei Livemusik oder spannenden Vorträgen den Abend ausklingen lassen.
In Zeiten von Gentrifizierung ist ein solcher Ort der Möglichkeiten in einer Stadt für Kunst- und Kulturschaffende wichtiger denn je. Für Aschaffenburg ist dies ein unbedingt erhaltenswerter, einmaliger Ort.

Die Künstler

Anton Heurung

Anton Heurung

1957 in Bad Neustadt/Saale geboren

1979–1984 Graphik/Design-Studium an der FH Würzburg, Diplom

1985–1993 Tätigkeit als Illustrator und Werbegraphiker für Werbeagenturen in Frankfurt am Main

1993–2002 freischaffender Künstler und Graphiker in Münnerstadt

seit 2002 freischaffend als Maler in Aschaffenburg

www.anton-heurung.de

Antonia Deiss

Antonia Deiss

Geboren 1990 in Offenbach am Main.

Studium Visuelle Kommunikation (Freie Illustration und Kunst) an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main.

Seit 2015 in den Bereichen Grafik, Malerei und Bildhauerei freischaffend tätig.

www.antoniadeiss.de

 
Daniel Stenger (Foto: Max Müller)

Daniel Stenger (Foto: Max Müller)

Daniel Stenger ist seit 1998 im M27 aktiv. Zuerst als Musiker in den Proberäumen des Kellers war es nach dem Schritt in die Selbstständigkeit 2008 nur logisch, 2011 sein Tonstudio im ersten Stock des Künstlerhauses einzurichten. 

Der 1981 geborene DJ, Produzent, Musiker und Podcaster ist durch seine vielfältigen Aktivitäten und Fähigkeiten – die er sich autodidaktisch angeeignet hat – im musikalischen und medialen Bereich ein gefragter Ansprechpartner.

Namhafte Unternehmen u. a. RTL, BERTELSMANN, VERIVOX, GARNIER, PANTENE, LEGO, MERCEDES BENZ, PHANTASIALAND, SPARKASSE und DEICHMANN verpflichteten den Aschaffenburger für die Musikproduktion ihrer Werbeprojekte. 

Veröffentlichungen seines Labels BaxxBeatMusic platzierten sich international auf unzähligen Compilations (u. a. Sony Music, EMI, Ministry Of Sound) neben Größen wie Die Fantastischen Vier, Moby, Parov Stelar oder Bonobo und finden konsequent ihren Weg in die Playlists von Tastemaker-DJs rund um den Globus. 

Als Bühnenmusiker tourt Stenger mit der Aschaffenburger Stoner-Rock Institution „My Sleeping Karma“ durch Europa. 

Als Produzent von „Kau & Schluck“ und „Proseccolaune“ ist Stenger seit 2017 in der Podcast-Szene unterwegs und gehört zum erweiterten Ensemble von „Im Autokino“, deren Podcast bereits als abendfüllendes Comedy-Bühnenprogramm im Stadttheater Aschaffenburg sowie bundesweit inszeniert wurde.

baxxbeatmusic.de

Herbert Deiss

Herbert Deiss

1952 geboren in Mühlheim am Main

1970–1975 Studium der Malerei, Graphik und Kunsttheorie an der  Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Städelschule/Frankfurt am Main

1975–1990 freischaffend tätig u. a. für Museen im Bereich Vor- und Frühgeschichte, keramische und plastische Wandgestaltungen, bildhauerische Arbeiten
Leitung von Aktzeichenkursen an der Städel-Abendschule/Frankfurt am Main
Mal- und Zeichenkurse im eigenen Atelier

1990–2003 Fachlehrer an der Meisterschule für Steinmetze und Steinbildhauer/Aschaffenburg
Verschiedene freie künstlerische Arbeiten

ab 2003 als freier Bildhauer und Maler in Aschaffenburg tätig
Ausstellungen und Werke im öffentlichen und privaten Raum

www.herbertdeiss.de

Johannes Vetter

Johannes Vetter

geb. 1979 in München

Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer

2003–2009 Studium der Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe

seit 2016 Initiator und Kurator der „Ansbach Contemporary“, Biennale für zeitgenössische Kunst

Johannes Vetter hält fragmentarische Momente in seinen Bildern fest, welche wie ausschnitthafte Film-Stills wirken. Dokumentarisch fotografiert er zunächst die Objekte bzw. Szenarien die er darstellen möchte und überträgt sie dann lebhaft real mittels Ölfarbe auf die Leinwand.
Die fragmentarischen Erinnerungsfetzen Vetters – wie in der Bewegung eingefroren – spielen mit der Neugier des Betrachters. Es kommt die Frage auf, was die Hintergründe sowie Ausgänge dieser Geschichten sind, die er mit jeweils einem Ausschnitt schemenhaft anzudeuten vermag, so also den Betrachter herausfordert zu imaginieren und zu spekulieren.
Seit einigen Jahren fertigt Vetter auch Plastiken und Skulpturen an.

www.johannesvetter.com

Katharina Ritter

Katharina Ritter

Katharina Ritter studierte Industrie Design in Darmstadt, mit Stationen in Stuttgart und Kopenhagen.

In ihren 2- und 3-dimensionalen Arbeiten möchte Sie ein Maß an Reduktion finden, das zugleich einen narrativen Charakter zulässt. Dafür findet sie unter anderem Inspiration in Sehgewohnheiten, Sprache, Zeichen und Codes, die in Skizzen, Modellen und theoretischen Abhandlungen umgesetzt werden.

Seit 2015 ist sie für den Rat für Formgebung in Frankfurt am Main tätig.

www.cargocollective.com/katharinaritter

Klaus Müller-Kögler

Klaus Müller-Kögler

Die Lust die Welt des Zeichnens und Malens zu erforschen, hält seit meiner frühesten Jugend an. In den achtziger und neunziger Jahren wurde der Wunsch meine künstlerischen Fertigkeiten zu erweitern und zu festigen so stark, dass ich, neben meinem Beruf, die Abendschule der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Städelschule in Frankfurt besuchte.

Die Unterstützung wunderbarer Dozentinnen und Dozenten förderte meine Leidenschaft für Kunst und Gestaltung immer weiter und bereicherte auch die Arbeit an meinen zahlreichen Künstlerbüchern.

Schon früh hatte ich den Traum eine Goldschmiedelehre zu beginnen, wurde nach der Schulzeit aber zuerst Schriftsetzer. 2011 konnte ich bei einer guten Freundin schließlich noch das Goldschmiedehandwerk erlernen, zwar ohne Lehrlingsvertrag, aber mindestens genauso intensiv.

Heute, nach einem umfangreichen beruflichen Leben, konzentriere ich mich mit großer Experimentierfreude auf Malerei, Zeichnung und Unikatschmuck.

www.kmk-art.de

Marek Bäuerlein

Marek Bäuerlein

Da das künstlerische Schaffen in meiner Freizeit passiert, steht es für mich im Kontrast zum Alltag.

Es bedeutet für mich Entschleunigung, Rückzug und Ablegen von Strukturen. Mit meinen Arbeiten thematisiere ich neue Phänomene, die mit der heutigen Informationskultur aufkommen.  Ich versuche Reaktionen auf Oberflächlichkeiten, Angewohnheiten und Missverständnisse zu porträtieren, welche ich online und offline beobachte.

Die Ergebnisse siedeln sich in Malerei, Grafik und Objektkunst an und bedienen sich oft popkultureller Zitate, humoristischer Gedanken und Elementen aus dem Internet und bilden im Ausdruck eine Parodie auf den Alltag.
Dabei geht es mir bei der Umsetzung nicht um das perfekte Ergebnis, sondern um die Visualisierung einer Idee. So ist meine Arbeit letztendlich auch ein
Resultat des leistungsgetriebenen Alltags, das eigentlich ja im Widerspruch zu meiner obengenannten Motivation steht.

www.marekbaeuerlein.de

Martin Kramp

Martin Kramp

geb. 1971 in Aschaffenburg

In Sachen Kunst bin ich als Autodidakt unterwegs.
Richtig gepackt hat es mich im Jahr 2007. Seitdem befasse ich mich intensiv mit den Themen Malerei und Lichtkunst.

Im Jahr 2009 gründete ich den Krampschen Freundeskreis und organisierte eine Gruppenausstellung im Eichenhaus in Laufach.

2012 zeigte ich meine erste Lichtinstallation im Rahmen der intermedialen Ausstellung „Trans-Erotik“, im Bahnhof Mainkur in Frankfurt.

Seit 2014 habe ich meinen Atelierraum im M27 und bin sehr glücklich damit hier meine Oase gefunden zu haben, in der ich mich kreativ ausleben kann. Hier arbeite ich mit Farben, Licht, Video, Sounds und allem was kommen will.

martino.martinkramp.de

Mila Langbehn

Mila Langbehn

Kunst und Natur im Dialog

Ausbildung Tanz
Gärtnerlehre im Gartenbau
Studium Gartenarchitektur, an der Uni-GH-Essen

seit 2002 Arbeiten zum Thema Weltenbäume
2003 bis 2005 Fahrradweltreise mit Kunstprojekten
seit 2012 Schwerpunkt Nature-Art- und Land-Art-Projekte
seit 2013 Installationen mit UV-Licht

Ateliers in Duisburg und Aschaffenburg

www.daslichtgruenekleid.de

Sylvia-Joanna Langenbrinck

Sylvia-Joanna Langenbrinck

geb. 1983 in Athen

Studium Bildhauerei
Akademie der Bildenden Künste München
Akademie der Bildenden Künste Athen

Studium Mediengestaltung/Medienkunst
Bauhaus Universität Weimar

Aus der Fülle künstlerischer Positionen, sowie unterschiedlicher Handlungen bildhauerischen Denkens, bildet die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen, als auch Räumlichkeit und der Kontext der Präsentation, den Gegenstand meines bildhauerischen Schaffens.
In dieser Arbeit suche ich eine sinnliche Balance zwischen ästhetischen Erscheinungsformen und räumlichem Wahrnehmen mit Hilfe von Transparenzen und Strukturen.

Werner B. Hohe-Dorst

Werner B. Hohe-Dorst

Jahrgang 1959

Studium: Kunst, Sozialpädagogik, Psychologie, Erziehungswissenschaften, Philosophie

Freischaffender Maler und Fotograf in Aschaffenburg
Autor mehrerer Bücher
Gibt seit 2003 Kurse in Malerei und Zeichnung

www.the-way-of-art.de

Yvonne M. Klug

Yvonne M. Klug

Die ersten 50 Jahre ihres Lebens beschäftigte sich Yvonne M. Klug eher mit der technischen Seite des Lebens; diese Zeit war geprägt durch ihre Tätigkeiten als Chemielaborantin, Ingenieurin, Unternehmens-beraterin, Lehrbeauftragte an der Universität und als Führungskräfte-Coach.

Das Leitmotiv ihres Lebens ist die Kombination des scheinbar Unmöglichen mit dem Ziel, Neues-Schönes-Besseres-Gutes-Phantasievolles-Unerwartetes in allen Lebensbereichen aktiv zu schaffen.

Bereits als Jugendliche begann sie mit den ersten künstlerischen Schritten im Bereich der Keramik & der Kalligraphie. Die anschließende berufliche Entscheidung lies ihr für die vertiefende Beschäftigung mit dem Thema KUNST allerdings zu wenig Zeit & Gelegenheit.
Zum Teil sind ihre Ideen mehr als 30 Jahre in ihrem Kopf, als sie z.B. während ihres Studiums in den 80er Jahren in Großbritannien in einer Galerie die ersten oxidierten, farbigen Metalloberflächen bestaunte.
Seit 2015 konzentriert sich die Autodidaktin vollumfänglich auf ihre künstlerische Arbeit, um all ihre langgehüteten Ideen nunmehr in Form von WAND.- und RAUM.Plastiken zu realisieren.

Yvonne M. Klug gibt all ihren Werkgruppen klang- und geheimnisvolle Bezeichnungen, die allerdings bei genauerem Hinschauen schon eine erste Vorahnung von der künstlerischen Arbeit geben: Da gibt es ihre KLANG.Bilder, in denen feinste Klangstrukturen durch grobe Oberflächen in ein nunmehr visuelles Kunst-Objekt überführt werden; in ihren LEICHT.Gewichten kombiniert sie u.a. Holz & Porzellan; die ACRYL.Lyrics zählen zur klassischsten Variante ihres künstlerischen Schaffen; mit KONKRET.Concrete erschafft sie u.a. Boden-Schalen mit ca. 80 kg Gewicht und mit SEND.my.SOS arbeitet sie gerade an ihrer ersten raumfüllenden LICHT.Installation.

yvonneklug.com

2015

FÖN Kunstpreis 2015; Erfurt

2016

Kunst-Bauwand Glattpark, Schweiz
Kunst-Schimmer; Ulm
Kunst-Bauwand Zürich; Schweiz
InArte Werkkunst-Galerie; Berlin
ART Stuttgart; Stuttgart
Umschlagplatz „kauft Kunst!“; Coburg
Art Salon Q3; Sassnitz
Kulturwochen Landkreis; Sömmerda (E)
Kunstmesse ARTLeipzig; Leipzig
KunstGalerieHans; Dresden

2017

Galerie „Im Milchlädchen“; Klingenberg (E)
Umschlagplatz „kauft Kunst“; Coburg
ART.Box Project – Basel 1.0
Kunst-Bauwand Glattpark, Schweiz
Kunstmesse Weilheim; Weilheim
Galerie M. Beck / Ch. Naumann; (E) Homburg/Saar-Schwarzenacker
Kunstmesse ARTLeipzig; Leipzig
ART Luxemburg; Luxemburg (mit Galerie Beck / Naumann)
Jahresausstellung Kunstwestthüringer e.V.; Bad Langensalza
TEMPOräär; Stetten (Dachau)

2018

ART.Box Project – New York 1.0
Galerie „Mühlhäuser Hof“; Mühlhausen (E)
Umschlagplatz „kauft Kunst“; Coburg TEMPOräär; Stetten ART MARKET BUDAPEST; Budapest (mit Galerie Beck / Naumann)

2019

Galerie ART ROOM; Düsseldorf (E)
Kunstfenster Gerresheim; Düsseldorf-Gerresheim (E)
Kunstmesse Weilheim; Weilheim
Umschlagplatz „kauft Kunst!“; Coburg ART.Box Projekt – Zürich 1.0
FATart; Schaffhausen (CH) Galerie Kunstsalon Villa Najork; Leipzig (E)

2020

Galerie Frey; Germering (München) (E)