Wie können wir Kulturveranstaltungen nachhaltiger, effizienter und ökologisch transparenter machen?

Spätestens seit dem Pariser Abkommen im Jahr 2015 ist klar: Klimapolitik geht uns alle an! Das erklärte Ziel, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, kann nur erreicht werden, wenn wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen. Und alle bedeutet: Auch die Kulturbetriebe, insbesondere die der öffentlichen Hand, müssen ihren Beitrag leisten. Die Kultur ist wesentlicher Teil des gesellschaftlichen Transformationsprozesses, der mit Nachdruck vorangetrieben werden muss. Dabei geht es nicht nur um den eigenen CO2-Fußabdruck, sondern vielmehr darum, den Wandel kreativ mitzugestalten und mittels künstlerischer Auseinandersetzung (be-)greifbar zu machen.

Im Rahmen der Kulturtage setzen sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler inhaltlich mit dem Thema kunst >kultur< klima auseinander. Das Kulturamt der Stadt Aschaffenburg als Veranstalter der Kulturtage möchte außerdem die eigenen betriebsökologischen Produktionsbedingungen reflektieren und hat deshalb ein Kooperationsprojekt mit der Technischen Hochschule Aschaffenburg ins Leben gerufen: Kulturveranstaltungen nachhaltiger, effizienter und ökologisch transparenter machen.

Bereits in der Vorbereitung der Veranstaltungsreihe liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Thema Nachhaltigkeit. Vor allem die Bereiche Mobilität, Gastronomie und Öffentlichkeitsarbeit rücken in den Fokus, da hier die Möglichkeiten der aktiven Einflussnahme mit Abstand am größten sind.
 Am Tag der Franken werden beispielsweise zusätzliche Buslinien eingerichtet, die von den Besuchern kostenlos genutzt werden können, um das Verkehrsaufkommen in der Stadt möglichst gering zu halten. Auch zur Museumsnacht ist (mit dem Museumsnacht-Ticket) die kostenlose Nutzung des ÖPNV möglich. Nähere Informationen und die Busfahrpläne finden Sie hier. Darüber hinaus werden für den Tag der Franken zusätzliche Fahrrad-Stellplätze zur Verfügung gestellt.
An Orten, an denen die Stadt Aschaffenburg im Rahmen der Kulturtage zusätzliche temporäre Gastronomie anbietet, wurden mit den Betreibern verbindliche Vereinbarungen zum Umgang mit Lebensmitteln getroffen. Dazu gehören Vorgaben zum Einkauf der Produkte (regional oder Fair-Trade), zum Angebot (mindestens ein veganes Gericht) und zur Entsorgung (kein Einweggeschirr und ein schlüssiges Entsorgungskonzept).

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird in diesem Jahr verstärkt in digitale Medien investiert. Bestes Beispiel hierfür ist die Entwicklung einer Veranstaltungs-App, die kostenlos in den Stores zum Download zur Verfügung steht: die FestivalAB. Auch die App ist auf gewisse Weise „nachhaltig“, ihre Konzeption erlaubt die weitere Verwendung bei anderen Veranstaltungen der Stadt Aschaffenburg. Infolgedessen werden wir Printprodukte weitestgehend reduzieren und wenn, dann ausschließlich klimafreundlich, auf Umweltpapier gedruckt und in geringer Auflage produzieren. Das Museumsnachtticket wird etwa durch Bändchen aus recycelten Materialien ersetzt.

Bei der Durchführung der Kulturtage achtet das Kulturamt auf eine ökologisch sinnvolle Ausrichtung sowie die Minderung des CO2-Fußabdrucks. Die Technische Hochschule Aschaffenburg begleitet unter Leitung von Prof. Dr. Peter Gordon Rötzel den „Tag der Franken“ im Rahmen eines Forschungsprojekts zum Nachhaltigkeits-Monitoring. Ziel dieses Projekts ist die Identifizierung und Visualisierung von direkten und indirekten Ressourcenverbräuchen und eine Steuerung des damit einhergehenden CO2-Ausstoßes. Das Kulturamt hat sich bewusst gegen die Verwendung bereits bestehender, aber ungenauer CO2-Rechner entschieden, da diese Instrumente den CO2-Ausstoß nur sehr grob und stark vereinfacht erfassen können und keine Anhaltspunkte für eine individuelle CO2-Matrix liefern. Wichtiger als eine ungenaue CO2-Schätzung ist die Erstellung einer detaillierten Ressourcen-Landkarte und die Identifizierung von ökologisch nachhaltigeren Alternativen.